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Das Verlieren der Selbstverantwortung
Junge
Menschen sind auf die Liebe ihrer Eltern angewiesen und öffnen sich
vertrauensvoll für deren Werte und Normen. Diese lehren sie in pädagogischer
Tradition, dass sie noch nicht vollwertige Menschen sind, dass sie besser werden
müssen, dass sie erzogen werden müssen, und dass diese Sicht vom Menschen die
richtige sei. Da die Kinder aber nach
amicativer Überzeugung tief in sich darum wissen,
dass
sie so, wie sie sind,
ganz und gar o.k. sind, dass sie eben
nicht
besser gemacht und erzogen werden müssen, dass sie bereits jetzt schon
vollwertige Menschen sind, und da diese innere Gewissheit in scharfem Gegensatz
zur Überzeugung ihrer Eltern steht, verwirrt sie diese Widersprüchlichkeit.
Und sie werden voll von innerer Abwehr gegen die Menschen, deren Liebe sie doch
brauchen.
Die
Kinder gehen hiervon nun nicht zugrunde: Ihre mitgebrachte Selbstverantwortung
zeigt ihnen wie immer den Weg zum Überleben. Sie übernehmen nach und nach die Sicht ihrer Eltern vom Kind und lernen
zu glauben,
dass nicht sie selbst sondern andere für ihr Glück und Leid
verantwortlich seien. Sie passen sich an die pädagogische Umgebung an und
weisen es – aus Verantwortung für sich selbst – mehr und mehr zurück, für
sich selbst verantwortlich zu sein, bis sie schließlich selbst glauben, dass sie nicht für sich selbst die Verantwortung tragen
können.
In der Amication finden diese Verstrickungen nicht statt. Die Erwachsenen fühlen sich auf einer psychologisch gleichwertigen Basis wie die Kinder: Jeder ist von Anfang an zu 100 Prozent selbstverantwortlich.
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