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Das Wiederfinden der psychosozialen Macht
Die Erkenntnis, dass die Verantwortung für das, was
sich psychisch in einem Menschen ereignet, bei diesem selbst liegt, bedeutet
neben vielem anderen auch, dass niemand
wirklich psychisch gezwungen werden kann, zu nichts. Wie man die Welt und
ihre Erscheinungen deutet, bewertet und gewichtet, ist einzig die Sache des
einzelnen. Ob ein Freiheitskämpfer dem Exekutionskommando entgegenruft »Es
lebe die Revolution!« oder ob er apathisch und demoralisiert auf das Ende
wartet – das ist seine Sache, seine Verantwortung für sich.
Eine Kultur, die
Herrschaft zur Grundlage hat,
muss den Menschen diese gesellschaftlich
hochwirksame Potenz nehmen.
Denn nur der ist beherrschbar, der dem Beherrschtwerden auch zustimmt, der sich
auch unterwerfen will. Es gibt immer
gute Gründe, lieber seinen Nacken zu beugen als sich den Kopf abschlagen zu
lassen – aber ein jeder hat tatsächlich
die Wahl zu leben oder zu sterben, jeden Augenblick. Es ist immer die Frage, wo
man für sich den größeren Vorteil erkennt. Hierüber trifft man selbst die
Entscheidung, niemand sonst.
Es ist leicht, Menschen zu beherrschen, die das Gefühl für ihre Selbstverantwortung verloren haben, die daran gewöhnt sind, andere für ihr Schicksal verantwortlich zu machen: die Eltern, die Gesellschaft, die Verhältnisse. Das Wiederfinden der Selbstverantwortung ist eine befreiende Botschaft der Amication für jeden Erwachsenen und bedeutet im gesellschaftlichen Bereich das Wiederfinden der psychosozialen Macht des einzelnen. Es ist dies eine Macht, die durch nichts wirklich ausgehebelt werden kann und die jedem, der herrschen will, seine Grenzen zeigt.
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