Kurztext zu Ich liebe mich so wie ich
bin
Inhalt
Vorwort
Einführung:
Die neue Ich-, Du-
und Wir-Beziehung
I
Psychodynamischer Aufbruch:
Der Weg aus
Selbsthass, Ohnmacht und
II
Gruppendynamische Unterstützung:
Das
Selbst-Verantwortungs-Training
III Anthropologisch-philosophische
Grundlage:
Der
amicative Impuls
Detailliertes
Inhaltsverzeichnis
Wir sind es
gewohnt, dass man sich nicht selbst in das Zentrum der Aufmerksamkeit stellt. Wer
einen Brief schreibt, sieht zu, dass seine Sätze nicht mit »Ich« anfangen. Auch
mir geht es heute noch so, und ich passe auf, nicht allzuviele Absätze des
Buches mit »Ich« beginnen zu lassen. Im Mittelpunkt steht ein anderer, irgendein
anderer, aber nicht wir selbst. Ich sehe dies nun genau umgekehrt: »Ich bin der
Mittelpunkt des Universums« – dieser Satz ist eine wichtige Kernaussage.
Sie bedeutet, dass
ich mich als den tatsächlichen Ort des Geschehens erlebe. dass ich weiß, dass sich
meine Gefühle in mir ereignen. dass ich alles, was ich erlebe,
bei mir erlebe. dass ich
mein Leben lebe. dass ich
meinen Tod sterbe. dass es
außerhalb meiner Wahrnehmung nichts gibt, was ich wahrnehmen könnte. Ich kann
darüber spekulieren, ob es dich gibt oder die Sonnenblume vor dem Fenster – aber
die Wahrheit darüber ist eine Wahrheit in mir, niemals außerhalb von mir.
Gelegentlich ist es vielleicht für uns von Vorteil, wenn wir von einer
Außen-Realität ausgehen, physikalische Gesetze entdecken und zum Beispiel einen
Mähdrescher herstellen können. Aber auf der Ebene, um die es hier geht – wie
sehe ich mich selbst und wie gestalte ich Beziehungen – gilt nur dies: Ich
bin
der Mittelpunkt allen Geschehens, und wenn ich sterbe, stirbt die Welt.
Mathematisch ist
es sogar korrekt zu sagen, dass ich der Mittelpunkt des Universums bin, denn im
unendlichen Raum ist jeder Punkt Mittelpunkt. Ich bin dies, du bist dies – jeder
ist Mittelpunkt des Universums. Dies ist nicht absurd, wie schon die Mathematik
zeigt. Dies ist menschliche Realität, und darauf gründet sich die neue Beziehung
zu mir selbst und anderen.
Wer mit einer
solchen Annahme einmal junge Menschen beobachtet, der wird schnell erkennen, was
ich meine. Sie sind voll davon, Mittelpunkt allen Geschehens zu sein. Da wir
aber darauf getrimmt wurden, dies anders zu sehen, bewerten wir das
Mittelpunktverhalten junger Menschen negativ und bringen ihnen bei, sich an den
Rand zu stellen und »Rücksicht« zu nehmen, statt ihnen zu vertrauen, von ihrer
zentralen Position aus am besten Ausschau zum Wohle aller Beteiligten halten zu
können.
Ich bin der
Mittelpunkt des Universums. Sicher. Du bist dies auch. Wenn wir uns dessen
sicher sind, werden unsere Beziehungen von neuer und realistischer Art sein.
Viele
Verunsicherungen kamen bisher vor allem aus der ständigen Überlegung, ob man
denn wohl o.k. ist, ob man das Richtige getan hat und was die anderen sagen
werden. Wer seine Selbstliebe wieder entdeckt, hat endlich den Grund gefunden,
von dem aus sich solche unsicheren Gefühle ablegen lassen.
Ganz allgemein
werden die Alltagserscheinungen entdramatisiert. Wirklich
wichtig bin
ich, ist mein Leben. Und mal sehen, was es dann noch gibt. Es entsteht eine ganz
neue Art der Neugierde: Alles um uns herum ist voller wunderbarer Möglichkeiten,
uns selbst immer wieder anders zu erfahren. Mit dieser Art des Weltbegreifens
wurden wir geboren, wir können sie nun endlich realisieren. Die Erscheinungen
der Welt haben ihre Schrecken verloren, die unsere Kultur ihnen andichtete. Ich
bin der Mittelpunkt des Universums – und von dieser Warte aus kann ich gelassen
auf das sehen, was sich um mich herum tut. Und ich habe es nicht mehr nötig, mit
Voreingenommenheit, Angst, Unsicherheit und all diesen entfremdeten
Eigenschaften zu reagieren.
Durch diese
Sicherheit erleben wir mehr Realität, statt mit den uns eingepflanzten irrealen
Interpretationen vorbeizusehen an dem, was sich vor uns abspielt. Wenn wir
beispielsweise der Erscheinung »Gewalt« ihre angedichtete Dramatik absprechen,
können wir erkennen, wie es um den Menschen beschaffen ist, der zur Gewalt
greift. Wir können Zugang finden zur Wirklichkeit dieser Person und
von dort
aus – und nicht von der abstrakten und irrealen Dramatikinterpretation der
Gewalt aus – in gewaltsames Geschehen eingreifen: Wir verstehen, was der andere
will, wo seine Not begründet ist, die ihn zur Gewalt führt. Und wir können durch
eine personale Begegnung dazu beitragen, dass sich seine – und damit auch unsere
– Situation bessert. Wir reagieren auf den Kern der Erscheinung, die in
den Menschen liegt, nicht aber mehr nur auf die patriarchalisch-pädagogischen
Interpretationen ihres Verhaltens.
Freundliche
Gelassenheit gilt allen Erscheinungen des Lebens gegenüber, auch dem, was sich
in uns selbst ereignet. Wir setzen darauf, dass sich der Sinn, der in uns lebt,
konstruktiv entfaltet. Und wir setzen auch darauf, dass diese Art zu leben nicht
nur für den einzelnen hilfreich ist, sondern auch für das Gemeinwesen, für die
Art, wie wir miteinander leben. Ichliebe ist sicherer Boden für Solidarität und
soziales Engagement. |
|
Inhaltsverzeichnis - table of contents (alle Seiten - all pages) Suche - search in www.amication.de Amication Freundschaft mit Kindern - Förderkreis e.V. Dr. Hubertus von Schoenebeck, Am Dorfe 4, D-29342 Wienhausen Telefon 051 49 -98 70 43 Fax 051 49 -98 70 65, Vereinsregister Nr. 2338 beim Registergericht Münster |