Kurztext zur Schule mit menschlichem
Antlitz
Um die
Freude am Lernen und Lehren wiederzufinden – voller Ideen, Tiefe, Einfühlung,
Mut, Traum, Hoffnung und konkreter Hilfe.
I
In einem weitgefaßten Spektrum fächert Hubertus von Schoenebeck die
vergessene und dunkle Seite der Schule auf: ihren kulturellen
Imperialismus und lehrplangläubigen Fanatismus, die Entmündigung und
Komplizenschaft der Eltern, die Entpersönlichung und Mutlosigkeit der Lehrer,
die Wertlosigkeit und Gefährlichkeit der heutigen Schule für die Gesellschaft –
und das unsägliche Leid der Kinder. Er zeigt, wie die Schule die Menschenrechte
beugt, daß Gedankenfreiheit, Meinungsfreiheit, körperliche Unversehrtheit,
Freiheit der Person, Unantastbarkeit der Würde für Schulkinder nicht gelten. Er
hält den Lehrerinnen und Lehrern einen Spiegel vor und läßt sie erkennen, daß
sie Kindern dasselbe Unrecht antun, das einst ihnen geschah. Und er fragt: »Ist
das alles Wiederholungszwang, Wahnsinn, Schicksal?«
II
Die radikal und ungeschminkt vorgetragene Analyse und Kritik ist dabei stets
achtungsvoll. Von Schoenebeck erhebt keine Vorwürfe und klagt nicht
an. Selbst ein Jahr lang Lehrer gewesen, weiß er, daß mit Schuldzuweisungen und
aggressiver Polemik niemand erreicht wird. Er lädt vielmehr ein: zum Innehalten,
Überdenken, Nachsinnen. Seine Intention ist es, nach Donnerwetter und
reinigendem Gewitter neue Wege zu erkennen. Wege, mit
denen sich das Leid aller Betroffenen – der Kinder, der Eltern und der Lehrer –
verringern läßt. Hier sprüht er vor Ideen, öffnet er Perspektiven und
ermutigt zu Vision und Traum. Er kreiert das »Schoolwatch-Projekt«, das
»Lernzentrum«, den »Street-Teacher« und das »Sommer-Seminar«. Er zeigt Eltern,
wo ihre wirkliche Macht im Umgang mit der Schule liegt und wie sie sich vom
Elternzwang der Schule emanzipieren können.
Er hilft
dem Lehrer, mit einem veränderten Selbstverständnis zu neuer Selbstakzeptanz und
zu mehr ihn selbst entlastender Kinderfreundlichkeit zu finden. Seine
Schultagebuchauszüge dokumentieren seinen Realismus, seine vielen konkreten
Vorschläge für mehr Menschlichkeit im Schulalltag offenbaren seinen Glauben an
die konstruktive Veränderung der Schule. Seine Ausführungen über »Schule und
Menschenrechte« und »Lernen ohne Sollen« weisen ihn als brillanten
Kinderrechtler aus. Und seine poetischen Bilder öffnen das Herz.
III
»Schule mit menschlichem Antlitz« ist ein längst überfälliges Buch,
geschrieben aus fast fünfzigjähriger Erfahrung mit der Thematik. In
der Person des Autors ist der Bogen weit gespannt: vom Schulkind über den
Pädagogikstudenten zum Lehrer, postpädagogischen Forscher, Dozenten in der
Erwachsenenbildung seit 20 Jahren, Referenten an Hochschulen im In- und Ausland,
Vater von zwei heute erwachsenen Kindern, bis hin zur erneuten Vaterschaft
zweier Kleinkinder. Hubertus von Schoenebeck ist der erste renommierte Experte,
der die Schultraumatisierung der Person und der Gesellschaft erkennt und benennt
und der gleichzeitig erste Impulse zu ihrer Heilung gibt.
IV
»Schule mit menschlichem Antlitz« ist nicht zuletzt auch ein therapeutisches
Buch zur Selbstfindung jedes großgewordenen Schulkindes – denn es
gilt, Wert und Würde neu zu entdecken, die nach dem sechsten Geburtstag im
Gestrüpp der Erwachsenenwelt verlorengingen. Es ist ein wahrhaftiges Buch,
verbindlich im Ton, sachlich und argumentativ und nah und persönlich. Nicht für
den Augenblick geschrieben, ein Buch zum Hineinlesen, Weglegen, erneutem
Aufschlagen – ein revolutionäres Buch, das anrührt und erschüttert und von der
Morgenröte einer postschulischen Epoche kündet. Vor
allem aber ein hilfreiches Buch für alle, die sich hier und jetzt vom Leiden an
der Schule befreien, den Kindern beistehen und ihre Freude am Lernen und Lehren
wiederfinden möchten.
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