Müssen Kinder wirklich erzogen werden?

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Es gibt viele Konzeptionen für den Umgang mit Kindern. Die Palette reicht von autoritärer Erziehung über Gewähren lassen bis zu antiautoritärer Erziehung, und meist wird ein partnerschaftliches Verhältnis als erstre­benswert angesehen. Die Grundlage aller verschiedenen Methoden ist stets diese: »Kinder müssen erzogen werden.« Es fragt sich nur, wie.

 

Amication fragt anders: Müssen Kinder wirklich erzogen werden? Vielleicht sind sie ja gar keine »Erziehungs-Menschen«, sondern ganz normale Leute? Vielleicht sind Kinder ja schon von Geburt an Menschen – vollwertige Menschen, und müssen nicht erst dazu gemacht werden, auch nicht auf die progressivste Art und Weise? Vielleicht ist die Idee, Erziehung müsse sein, eine falsche und gefährliche Sicht vom Menschen? Wem dient dies wirklich? Steht da nicht einer über dem anderen? Wird da nicht »zu deinem Besten« geformt? Muss da nicht einer etwas einsehen? Hat da  nicht einer immer recht?

 

Das alles erinnert an die Art, wie Europäer mit Afrikanern und Indianern, Männer mit Frauen, Kommunisten mit Bürgern umgingen. Es wird deutlich, dass das Oben-Unten-Denken im Umgang mit Kindern eine breite, historisch gewachsene und lange Zeit unbefragte Basis hat. Wobei die Mächtigen aus ihrem Selbstverständnis heraus nicht von vornherein böse, sondern gut, liebevoll und verantwortungsbewusst sind, wie Eltern zu ihren Kindern: Europa missioniert den Rest der Welt, Männer enthalten Frauen das Wahlrecht vor, die Partei beschließt, was »objektiv« gut ist.

 

Amication verlässt diese Welt des »einer steht über dem anderen«, und das gilt auch gegenüber jungen Menschen. Die existentiellen Aussagen über Kinder werden auf neue Weise gedacht: »Mach mich nicht zu einem Menschen, ich bin es von Anfang an. Sag mir deine Erfahrungen, aber sag nicht, dass du besser weißt als ich, was für mich gut ist, denn das spüre ich selbst am besten. Liebe mich, aber sei nicht für mich verantwortlich, denn das bin ich selbst. Ich brauche deine Loyalität und Solidarität, deine Unterstützung, und wenn du nicht anders kannst, dein ehrliches Nein – niemals aber Erziehung.«

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