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Schule: 29. Januar 2014, 10.03 Uhr
Deutscharbeit
in der Klasse 8c. Aufsatz.
Angespannte Ruhe liegt über den jungen Leuten. Ein Stuhl wird gerückt. Der
Lehrer blickt auf. Ein Schüler ist aufgestanden. »Was ist los, Kilian?« Alle
sehen jetzt auf. Der Schüler sieht zufrieden aus. Er schaut zur Tafel, durch sie
hindurch. »Kilian, was ist?« Leicht irritiert steht der Lehrer auf. »Ich
schreibe nicht weiter.« »Bitte?« »Ich schreibe nicht weiter. Nie mehr. Ich
schreibe keine Aufsätze mehr.« Nach einer Sekunde absoluter Stille wird es sehr
unruhig. »Seid still!« Der Lehrer wird energisch. »Lass den Quatsch und setz
dich. Schreib weiter.« Kilian richtet sich ganz auf. Er sieht den Lehrer an.
»Sie haben kein Recht dazu. Meine Gedanken gehören mir. Niemand hat das Recht,
meine Gedanken auf sein Papier zu befehlen. Ich werde keine Aufsätze mehr
schreiben. Niemals.«
Seine Entschlossenheit bewirkt noch einmal absolute Stille im Klassenraum. Dem
Lehrer gelingt keine Antwort. Zwei, drei andere junge Leute stehen ebenfalls
auf. Sie sagen nichts, sie schließen ihre Hefte. Der Lehrer ist fassungslos,
sprachlos. Alle stehen jetzt, alle Hefte sind geschlossen.
Tagesschau: »Überall im Land haben sich heute Vormittag zahlreiche Schüler geweigert, ihre Klassenarbeiten zu schreiben. Lehrer berichteten, dass die Schüler mitten im Unterricht aufstanden und die Fortsetzung ihrer Arbeiten ablehnten. Lehrer, Pädagogen, Psychologen und Eltern können sich diesen Vorgang nicht erklären, zumal es an sehr vielen Orten gleichzeitig gegen 10.00 Uhr vormittags geschah. Die Entschiedenheit der Ablehnung, Klassenarbeiten zu schreiben, kam um so unvermuteter, als es keine Anzeichen für ein solches Phänomen gab.«
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